Der Musikverlag Wixen Music Publishing aus den USA fordert 1,6 Milliarden Dollar von Spotify. Der aus Schweden stammende Streamingdienst ist mit 140 Millionen Nutzern der weltweit größte Anbieter für Musikstreaming. Die Klage beruht darauf, dass Spotify knapp 11.000 Songs verbreitet habe, ohne Lizenzen für dies zu besitzen, also mithin ohne die Verlage und Songschreiber zu vergüten. Bereits im vergangenen Jahr wurden Beschwerden über eine unrechtmäßige Verwendung der Lieder laut. Spotify reagierte, indem ein Fond von über 43 Millionen Dollar zur Entschädigung eingerichtet wurde, um eine Sammelklage der Künstler zu vermeiden. Der Verlag Wixen sieht diese Zahlung jedoch als unzureichend und fordert nun 150.000 Dollar für jeden Song, der nach ihrer Einschätzung ohne rechtmäßige Lizenz verbreitet wurde.

Für die verwendeten Lieder ist Spotify zum einen verpflichtet, die Plattenfirmen zu bezahlen, zum anderen hat der Streamingdienst aber auch Verpflichtungen gegenüber den Verlagen und Autoren. In den USA müssen diese in erster Linie nur über die Nutzung ihres Liedes informiert werden, aber auch das kann aufwendig sein, da es nicht immer einfach ist, die Texter und Komponisten oder in Einzelfällen auch deren Rechtsnachfolger ausfindig zu machen.

Laut Spotify war eine andere Firma, die Harry Fox Agency, für die Autorenrechte zuständig. Allerdings argumentiert Wixen, dass Spotify bewusst gewesen sei, dass die Kapazitäten der Firma nicht ausreichen gewesen seien, um sich hinreichend um die Lizenzen zu kümmern. Spotify stellte im Gegenzug in Frage, ob Wixen überhaupt berechtigt sei, im Namen der Künstler zu klagen.

Die Klage kommt für den Streaminganbieter zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da Spotify laut Medienberichten für 2018 geplant hatte, an die Börse zu gehen. Die geforderte Entschädigung in Milliardenhöhe stellt nun ein großes Risiko für diesen Schritt dar.

Quelle: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/schadenersatzklage-us-label-verlangt-milliarden-von-spotify/20807096.html

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